Samstag, 29. Dezember 2012

Gutes Neues Jahr!

Kein Jahresrückblick - sondern eine Vorausschau auf 2013: viele spannende Geschichten, abenteuerliche Legenden und Infos zu typischen Südtiroler Traditionen - damit wollen wir Sie auch im Neuen Jahr in diesem Blog auf dem Laufenden halten!

Schauen Sie auf unserer relaunchten Homepage vorbei - stöbern Sie im Veranstaltungsprogramm, welches Sie informiert, unterhält und zu den schönsten Plätzen in der Umgebung von Meran und den Vinschgau führt.
Haben Sie ein gutes und glückreiches Neues Jahr - vielleicht sogar unvergesslich-schöne Erlebnisse in unserem Urlaubsort Partschins, Rabland, Töll! Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Team des Tourismusvereins Partschins, Rabland, Töll

Pan di Tonio


Panettone
In der Mailänder Gegend gab es einen Bäckerlehrling, namens Antonio, der soll schwer verliebt gewesen sein. Und weil die Liebe durch den Magen geht, hat er sich gedacht, er erfindet für seine Angebetete einen speziellen Kuchen. Er hat Germteig mit kandierten Früchten und trockenen Trauben vermischt  und in Form einer Kuppel gebacken.
Schon bald wollte jeder in Mailand das "Pan di Tonio" (Brot vom Antonio). Der Lauf der Zeit hat das Pan di Tonio dann zu Panettone (großes Brot) werden lassen.
Obs dann mit der Liebe geklappt hat und ob das "Pandoro" (goldenes Brot, ohne kandierte Früchte) auch Erfindung von Tonio ist, kann heute leider niemand mehr sagen ...
In Südtirol kommt in der Weihnachtszeit der Panettone auf den Tisch, in italienischen Ortschaften gibts den Panettone in kleiner Form (Brioche) gefüllt mit Eiscreme auch im Sommer.
Hier geht der kulinarische Rundgang weiter ...

Montag, 17. Dezember 2012

Der Adventkranz


Die Geschichte des Adventkranzes beginnt im Norden Deutschlands, in Hamburg. Johann Hinrich Wichern, Theologe und Oberlehrer an einer Sonntagsschule gilt als der Erfinder dieses alten Brauches. Wichern nimmt 14 heimatlose Jungen im Alter von 5-18 Jahren in sein Haus auf und gibt ihnen ein Zuhause. Da die Kinder während der Adventszeit immer wieder fragen, wann denn endlich Heilig Abend wäre, baute Wichern 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier weißen großen Kerzen, die als Kalender für jeden einzelnen Wochentag dienten. 1860 dann wurde das Holzrad mit Tannengrün geschmückt. Das Grün der Tannenzweige symbolisiert Hoffnung und zugleich Leben. So viel zur alten Tradition des Adventkranzes.

Freitag, 7. Dezember 2012

Viele Kuhschellen, aber kein Almabtrieb


Wenn man die Augen geschlossen hält, möchte man meinen, es werden Herden von Kühen von der Sommerweide ins Tal getrieben. Aber weit gefehlt - und Augen auf: es gehen gar schauderliche Gestalten um. Der Krampustag am 05.12. beginnt alljährlich schon am Morgen mit einem kribbligen Gefühl in der Magengegend. Sobald noch bei Tageslicht eine Schelle erklingt, geht der Blick nach hinten. Schlechtes Gewissen? Nochmal schnell die letzten Monate Revue passieren lassen ... immer brav gewesen?
Als Kind hat man noch coole Sprüche drauf, untertags, bevor die Nacht anbricht. Später wirds doch ruhiger und wenn ein teuflisches Brüllen ertönt, ist es von Vorteil, wenn man das "Vater unser .." fließend beherrscht.
So oder so - der "Tuifltog" ist alljährlich ein schaurig-schönes Erlebnis. Gut zu wissen, dass hinter den furchteinflössenden Gestalten, doch nur ein paar nette Kerle stecken.

Gar einige Parschinser Sagen erzählen von gruseligen Geschichten. Einige Gehminuten oberhalb der "Stuanergeadahütt" befindet sich die Teufelsplatte. Auf der kleinen Steinplatte sind 2 Frauenfußabdrücke und 6 Paar Ziegenfußabdrücke zu erkennen. Die Sage berichtet, dass der Teufel, der bekanntlich einen Geißfuß hat, ein Mädchen aus dem Schnalstal im Fluge herübergetragen und hier gerastet habe. Auf dem Weg zu Hölle soll er der schönen Maid ihr langes blondes Haar gekämmt haben. Die Abdrücke der glühend heißen Klauen des Höllischen und der Feuerfüße der zu Höllenqualen verdammten Schnalserin haben gut erkennbar ihre Spuren hinterlassen ...

In Meran hört man auch nach dem 5. Dezember noch die Schellen ...

Montag, 3. Dezember 2012

Barbara-Zweige


Dem Brauch zufolge werden am 4. Dezember in unserer Gegend vorzugsweise Kirschzweige geschnitten und in einer Vase im Haus aufgestellt. Wenn sie an Weihnachten blühen, so sagt man, steht im nächsten Jahr eine Hochzeit ins Haus ... Nachgewiesen ist diese Tradition seit dem 13. Jahrhundert.

Eine Bauernregel besagt: Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.
Hier schon mal ein Tipp für die Hochzeitsreise ...
 

Montag, 19. November 2012

Südtiroler Gastfreundschaft

Südtiroler Knödelsuppe - einfach lecker!
"5e sein glodn, 10e sein kemmen
gib Wossr zur Supp, hoaß olle willkemmen!"
 
5 Gäste sind eingeladen, 10 sind gekommen
gib Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen!

Der Ruf der Südtiroler Gastfreundschaft kommt nicht von ungefähr. In den zwanziger und dreißiger Jahren herrschte überall große Not und manch einer hat keine Arbeit gefunden und wohl auch keine Arbeit gelernt. Sind dann ärmere Leute an einem Hof vorbeigekommen, haben sie stets eine warme Suppe erhalten. Auch die Wanderhändler und Hantierer, sowie die Nachbarn wurden freundlich empfangen und zu Tische geladen, wenn man gerade beim Essen war. Ein Teller Suppe oder Milch stand immer für unerwarteten Besuch bereit.
Die Suppe wird heutzutage nicht mehr "gestreckt" - wohl aber zahlreiche gastronomische Betriebe verwöhnen nach bewährter Art - mit Herz und Seele!

Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Geschichte der Texelgruppe


Herrliche Aussichten am Meraner Höhenweg
inmitten der Alpenrosen
Die Texelgruppe erstreckt sich hufeisenförmig von der Mutspitz über den Tschigat zur Zielspitz. Der älteste Name dieser Berge scheint "Tirolische Alpen" gewesen zu sein. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Alpenpioniere die Bergwelt der Texelgruppe. Warum der höchste Berg, das Roteck, der Gruppe nicht den Namen gegeben hat, soll darauf zurückzuführen sein:
Prof. Peter Carl Thurwieser (1799-1865), ein Ostalpen-Pionier, soll bei der Besteigung des Similaun, die Texelspitz im Süden so dominant erschienen sein, dass er die umliegenden Berge nach ihm und nicht nach dem höheren Roteck benannte. Das Roteck wurde auf älteren Karten "Zehnerspitz" genannt, da es den Bewohnern des Schnalstales zur Zeitbestimmung diente.
Die 1000 Stufen Schlucht
am Meraner Höhenweg
Am 15.03.1976 wurde der Naturpark Texelgruppe per Dekret des damaligen Landeshauptmannes Dr. Silvius Magnago genehmigt. Er umfasst eine Fläche von 33.430 Hektar und verteilt sich auf die Gemeinden Partschins, Naturns, Schnals, St. Martin und Moos in Passeier, Riffian, Dorf Tirol und Algund. Es handelt sich hier um ein an Naturschönheiten überaus reiches und noch weitgehend unberührtes Gebiet, das zu den schönsten und interessantesten Südtirols zählt. In der Texelgruppe gibt es 16 Dreitausender, davon allein 13 (!) im Gemeindegebiet von Partschins und eine Reihe von Gipfeln unter dieser Höhenmarke. Der Meraner Höhenweg umfasst den gesamten Naturpark Texelgruppe und ist in 5-6 Etappen zu erwandern. Vom Nordrand des Naturparks Texelgruppe grenzt ein Teilstück des Europäischen Fernwanderweges E5 (Konstanz-Bozen-Venedig) an.

Quelle: Dorfbuch der Gemeinde Partschins von Ewald Lassnig

Sortenvielfalt Südtiroler Apfel


Seit 2005 sind 11 Sorten des Südtiroler Apfels EU-weit als regionale Spezialität anerkannt und rechtlich geschützt. Das Gütesiegel "g.g.A. - Geschützte geografische Angabe" garantiert die Ursprünglichkeit und die traditionsreiche Herstellung des Südtiroler Apfels. Folgende Äpfel gehören zur Südtiroler Sortenvielfalt mit geschützter geografischer Angabe: Golden Delicious, Gala, Red Delicious, Braeburn, Fuji, Granny Smith, Morgenduft, Jonagold, Winesap, Idared und Elstar.
Um das Gütesiegel zu erhalten gelten folgende Voraussetzungen:
- eindeutiger, nachgewiesener Zusammenhang zwischen, Herkunft, besondere Qualität und Tradition des Produktes
- eine Interessengemeinschaft muss die Trägerschaft übernehmen (Südtiroler Apfelkonsortium)
- die Erzeugung, die Verarbeitung und die Herstellung des Erzeugnisses muss innerhalb eines definierten geografischen Gebietes erfolgen
- der Anbau erfolgt nach den Richtlinien der Integrierten Produktion oder des Bioanbaus
- hohe Qualitätsstandards für Größe, Farbe, Schalenreinheit und Zuckergehalt sind vorgeschrieben
- eine unabhängige Kontrollstelle prüft die Einhaltung der Vorschriften.

Weitere Apfelsorten, die in Südtirol angebaut werden (ohne g.g.A.) sind: Pinova, Pink Lady, Kanzi, Rubens und Modi.






Montag, 22. Oktober 2012

Frigelesupp' beim Bauern-Brunch

Am kommenden Mittwoch findet wieder der Goldene Herbsttag statt. Nach der freien Fahrt mit der Texelbahn steht ein leichter Fußmarsch inmitten der wunderbaren Laubfärbung am Sonnenberg entlang an. Ewald Lassnig, der Autor des neuen Dorfbuches der Gemeinde Partschins wird gar einige seiner kuriosen und wissenswerten Geschichten vortragen. Den krönenden Abschluss bildet ein lukullischer Schmaus, der Bauern-Brunch. In Vergessenheit geratende Südtiroler Speisen werden kredenzt, so z. B. Brennsupp, Erdäpfl- und Schwarzplentnribl mit Kompott und Marmelade und die Frigelesupp. Wie auch die Frigelesupp, so standen diese Gerichte zu ärmeren Zeiten wöchentlich regelmäßig auf dem Speiseplan.

Hier jetzt schon zum Nachkochen das Rezept der Frigelesupp:

125 g Mehl
1 Ei
1/2 Zwiebel
Suppengrün
1,5 l Wasser
40 g Butter
Salz, Pfeffer, Muskat
 
Zwiebel und Suppengrün leicht rösten und mit dem Wasser aufgießen. Das Mehl in einer flachen Schüssel etwas ausbreiten und das Ei in einer Tasse mit etwas lauwarmem Wasser aufschlagen. Nun tropft man das aufgeschlagene Ei langsam ins Mehl und rührt es mit einer Gabel zu kleinen Knöllchen. Die Knöllchen (Frigelen) werden nun vom anhaftenden Mehl gesiebt und im leicht kochenden Brühwasser für 5 Minuten gekocht. In einer Pfanne die Butter schäumen lassen und zur Suppe geben. Mit Salz, evtl. Pfeffer und etwas Muskat abschmecken.
Auch zarten Südtiroler Speck wirds geben ...

Melden Sie sich gleich beim Tourismusverein Partschins, Rabland, Töll an, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen und die Frigelesuppe gleich auszuprobieren! Es lohnt sich!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Partschinser Newcomer-Band

Wer schon mal im Tourismusbüro Partschins, Rabland, Töll ausserhalb der Bürozeiten angerufen hat oder grad mal kurz in der Warteschleife gelandet ist, wird sich gefragt haben: "Wer spielt hier auf der Ziachorgl?" Es ist dies ein junges Partschinser Talent, Matthias Gamper, Bandleader der Partschinser Musikgruppe "Zieler Gluat". Zur Gruppe gehört Elias Prantl (rechts im Bild) und Julian Raffeiner (diesesmal nicht dabei). Lisa Marie Gorfer spielt an der Gitarre und wurde für diesen besonderen Abend "ausgeliehen".
Diese Namen sollte man sich merken - bereits 2 eigene Musikstücke haben sie komponiert und ein Tonstudio hat sich für die drei auch schon interessiert.
Hier ein weiterer Beitrag für herzerwärmende Klänge ... live wieder beim Goldenen Herbsttag in Partschins!

Montag, 15. Oktober 2012

Vom Schuhplattlen

Wussten Sie, dass das Schuhplattlen auf das "Brautwerben" zurückgeht. Angeblich soll der Plattler aus der Beobachtung des Auerhahnes entstanden sein, sozusagen, wenn der Auerhahn ums Weibchen "balzt". Daraus entstanden verschiedene Tanzbewegungen und akrobatische Figuren.
 
 
Von Georg von Kaufmann (1907-1972, Tanzmeister in Oberbayern) wurde folgende Aussage überliefert: „Es ist schon auch bei der Balz so, dass die Hähne gewöhnlich nicht der Henne nachbalzen, sondern es sind gerne mehrere Hähne in der Runde beisammen und spielen. Die Hennen sitzen irgendwo in den Bäumen und Büschen rundherum.“ In diesem Fall wars der Geroldsaal in Rabland beim Bunten Abend mit folkloristischen Darbietungen ...

Montag, 8. Oktober 2012

Heilklima am Partschinser Wasserfall

Besonders für Asthmatiker und Allergiker soll das gesundheitsfördernde Klima am Wasserfall zu empfehlen sein. Die hohe Konzentration an aktiven Sauerstoll-Ionen, die durch den "Wasserstaub" des fallenden Wassers erzeugt werden, wird der Gasaustausch in der Lunge erleichtert. Diese Sauerstoff-Ionen binden Feinstaub und Abgase, stimulieren das Immunsystem, reinigen die Atemschleimhäute, beruhigen das vegetative Nervensystem und den Kreislauf. Hier mehr zum Wasserfall Partschins.
So wird erzählt, dass eine Mutter mit ihren Kindern regelmäßig den Wasserfall aufgesucht hat, sobald sich Schnupfen und Husten angekündigt haben. Diese Wasserfall-Kur habe sich bewährt.
Luis Gamper erzählt, dass sie als Kinder "Wer kommt näher an den Wasserfall" gespielt haben. Viel krank sei er als Kind nicht gewesen. Er wird am 22. oder 29.10.2012 im ZDF bei der Ausstrahlung von WISO (Reisetipp) um 19.25 Uhr noch einiges mehr erzählen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Die Königshofsennerin

Zur Orientierung: es ist ruhig da oben - von der Königshofalm auf 2.348 Höhenmetern im Zieltal (Sonnenberg, Abzweigung vom Meraner Höhenweg mitten im Naturpark Texelgruppe), die zur ehemaligen Muteralm gehörte, sind nur noch an 5 Stellen Reste von Baulichkeiten zu sehen. Die Stille und Einsamkeit, die verfallenen Mauern und das Rauschen des Rambaches laden zum Träumen ein. Hier die Legende zur Königshofsennerin: Auf der Königshofalm wohnte vor langer Zeit eine junge, hübsche Sennerin, auf die es so mancher Hirte und Jäger abgesehen hatte. Es war die Zeit des aufkommenden Alpinismus, und es verirrte sich auch manch schneidiger Bergsteiger in diese einsame Gegend. Die jungen Burschen konnten dem Liebreiz der Sennerin nicht widerstehen und ein Schäferstündchen auf der Königshofalm blieb nicht ohne Folgen. Es stellte sich Nachwuchs ein und die Sennerin entband.  Sie bettete das Neugeborene in einen Korb und schickte den jungen Hütbub mit der kostbaren Last hinunter nach Partschins zum Pfarrer, um es taufen zu lassen. Der strenge Pfarrherr fragte sogleich, wer denn wohl der Vater des Kindes wäre - das müsse er wissen, sonst kann er es nicht taufen. Darüber konnte der Bub keine Auskunft geben und so musste er mit dem Kind wiederum den weiten Weg auf die Königsalm hinaufsteigen.

Er überbrachte der verdutzten Sennerin die Nachricht von der Forderung des Herrn Pfarrers. Da sagte diese zum Hirtenjungen: "Gehst noch einmal mit dem Kind zum Pfarrer hinunter und sagst ihm, sein Vater ist der 'Deutsche und Österreichische Alpenverein'. Erneut machte sich der brave Bub auf den Weg ins Tal hinunter zum Pfarrer. Als dieser von der Vaterschaft des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins hörte, war er zufrieden und spendete dem "Königshof-Seppele", wie es später allgemein genannt wurde, das Sakrament der Taufe. (Auszug aus dem neu erschienenen Dorfbuch der Gemeinde Partschins von Ewald Lassnig)


Donnerstag, 27. September 2012

Zeit zum Lesen

Die herrlichen weissen Trauben sind durch die strahlende Herbstsonne wohl im richtigen "Süße-Grad" - also Zeit zum Lesen!
Die Ernte am Weinberg wird eingebracht und zwar manuell, mit Rebschere und Wimm-Trichter. Die Lese-Zeit ist eröffnet und wunderbarer Wein ist zu erwarten ...
Was noch besser ist: Blogs "lesen" bei einem guten Tropfen ...
oder hier: www.partschins.com



Dienstag, 25. September 2012

Wetterregeln und Bauernweisheiten

 Nicht von ungefähr beschäftigen sich heuzutage Meteorologen und nicht nur Volkskundler mit den Wetterregeln der Bauern. Wetterkundler untersuchen die Treffer-Quoten der bäuerlichen Wettervorhersagen und stoßen dabei recht häufig auf Übereinstimmungen. Die Bauernregel fasst im Grunde die Erfahrungen zusammen, die über Generationen von Menschen gesammelt wurden. Eine besondere Stellung im Jahresverlauf nehmen die sogenannten Lostage ein. Diese sind Tage, von denen man glaubte, dass sie das Los, also das Schicksal beeinflussen. Sie sind verbunden mit Heiligen-Namenstagen - ein Zeichen dafür, wie die christliche Kirche sich in das Gedankengut des Volkes einzubringen wusste. Der Nutzen dabei, sich bestimmte Tage auf diese Weise zu merken geht darauf zurück, dass in den vergangenen Jahrhunderten nur wenige lesen und schreiben konnten - aber wann die Heiligen-Namenstage waren, wussten sie.
Ein solcher Los-Tag steht wieder kurz bevor: Michaeli (nach Erzengel Michael) am 29.09.: Regnet es an Michaeli ohne Witter, so folgt meist ein milder Winter; ist es aber an diesem und an Gallus (16.10.) trocken, so darf man auf ein gutes und trockenes Frühjahr hoffen.  
oder: Bringt St. Michael Regen, kann man im Winter den Pelz ablegen ...

Donnerstag, 20. September 2012

Der Quadrater Kalkbrandofen

Schon in der Kupferzeit (ca. 2.500 v. Chr.) wurde oberhalb Quadrat (Ortsteil von Partschins) Marmor gebrochen. Dies zeugen 4 Menhire, die vom Heimatforscher Matthias Ladurner-Parthanes 1932/42 am Töllgraben bei Plars entdeckt wurden. Es handelt sich um figurative Steinsäulen, grob zugehauen, die senkrecht im Boden aufgestellt wurden und Helden oder große Ahnen darstellen sollten. Die Langsteine sind ein Beweis dafür, dass unsere Gegend schon vor 4.000 Jahren besiedelt war. Es wird wohl nie geklärt werden, wie die Urbewohner die rätselhaften, teils über tausend Kilogramm schwerden Kultsteine, die im Archäologiemuseum von Bozen zu bewundern sind, vom Quadrater Bruch transportiert worden sind. Auch die Römer holten sich die Marmorblöcke und schufen u. a. den Rablander Meilenstein (46 n. Chr.). Etwas oberhalb des Kalkbrandofens wird heute noch Kalkstein abgebaut.

Lesen Sie hier mehr über die Bedeutung des Ortsteils Quadrat.
Zurück zum Kalkbrandofen: um den Quadrater Kalkbrandofen vor dem Vergessen zu bewahren, wurde das Bauwerk vor einigen Jahren wieder freigelegt (in der Zwischenzeit war er von Bäumen und Sträuchern derart überwuchert, dass er nur mehr schwer auffindbar war). Dieser Kalkofen am Mahlbachweg dürfte landesweit einer der größten und interessantesten sein. Er ist noch vollständig erhalten. Die Vorgangsweise zum Kalkbrennen ist folgende: zuerst werden die Kalksteine gesammelt und zum Ofen transportiert, im Ofen werden sie gebrannt und anschließend mit Wasser "gelöscht". Der Kalk wurde dann für Anstriche und Mörtel (1/3 Sumpfkalk + 2/3 Sand + Wasser) verwendet. Bis 1880 war der Kalkbrandofen auf Quadrat in Betrieb.

Bei einer Wanderung (Almen-Runde) oder einer Biketour am Nörderberg (MTB-Wege ausgeschildert - tolle Trails!)  unbedingt vorbeischauen!

Dienstag, 18. September 2012

Partschinser Musikgeschichte

Die Musikkapelle Partschins gilt nicht nur als eine der ältesten des Burggrafenamtes, sondern zählt auch zu den Besten Südtirols.
Franz Ferdinand Ritter von und zu Goldegg schreibt man die Gründung der Musikkapelle Partschins im Jahre 1818 zu. Als begeisterter Musikliebhaber kaufte er alle Instrumente für den Kirchenchor und für die zukünftige Musikkapelle, sowie auch sämtliche Notenliteratur. Kapellmeister Benedikt Burger sen. fand Aufzeichnungen mit folgendem Wortlaut: "Die Prozession am Fronleichnamstage von 1818 wurde von einer 15-köpfigen Blaskapelle begleitet. Sie erhielt dafür laut Dorfmeisterrechnung den Betrag von 4 Gulden und 30 Kreuzern."
Die Partschinser Kapelle muss auch bald ein relativ hohes Niveau erreicht haben, sonst würde ihr nicht die Ehre zugesprochen worden sein, 1820 den musikalischen Empfang der Erzherzogin Maria Luise von Österreich in Meran zu gestalten. 1823 wurde die  Kapelle zum selben Anlass auf den Jaufenpass entsandt. Der gute Ruf der Partschinser Blasmusik verbreitete sich rasch und spornte auch die Bewohner anderer Orte an, ebenfalls eine Musikkapelle zu gründen.
In ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit hat die Partschinser Musikkapelle etwa dreißig Auftritte im Jahr im Ort und außerhalb. Die Platzkonzerte finden abwechselnd auf dem Dorfplatz von Partschins und dem Festplatz in Rabland statt. Gelegentlich werden auch Konzerte in anderen Gemeinden abgehalten.
Zurzeit besteht die Kapelle aus fast 60 Mitgliedern, ca. ein Fünftel davon sind Musikantinnen.

Der nächste Auftritt der Musikkapelle Partschins findet an diesem Donnerstag statt - hier die Infos dazu.

Ohne Karl geht's nicht

Einer der fleißigsten Mitglieder bei der Musikkapelle Partschins ist zweifelsohne der Karl.
Von früh bis spät bringt er das Musikkapellen-Probelokal auf Vordermann und verrichtet Arbeiten, wo unser eins schon längst aufgegeben hätte. Und bei über 60 Musikanten und Musikantinnen kommt da schon einiges zusammen, was nach den Proben wieder aufgeräumt werden muss.
Vor allem der Bierbudel wird nach den Proben und Ausrückungen arg strapaziert und so mag es nicht verwundern, dass der eine oder die andere bereits "einen Zommschiss" (deutsch: Rüge) kassiert hat, falls er nicht sauber hinterlassen wurde. Auch beim Ordnung-Halten macht ihm keiner etwas vor: Diskussion zwecklos!
Dass Karl ein Multitalent ist, zeigt auch das Bild, welches bei einem Abendkonzert aufgenommen wurde. Mit 21 Stühlen auf einer Radlpeg (Schubkarre) ist er aktueller Weltrekordhalter.
Thomas Gottschalk, der auch unter den Zuhörern dieses Abendkonzertes im fernen Jahr 2007 war und damals in Meran urlaubte, lud ihn in seine Show "Wetten, dass ...?" ein, doch der Karl lehnte dies ab mit den Worten: "Bis i in Deitschlond draußn bin, hon i olle Stiahl verlourn...!!"
Quelle: Musikkapelle Partschins

Montag, 17. September 2012

Natur pur

“Je stärker das Bewusstsein verfeinert wird, desto größer wird die Übereinstimmung mit der natürlichen Welt.”
Der XIV. Dalai Lama


Mystische Plätze, eindrucksvolle Aussichtspunkte und Wanderwege die zu innerer Ruhe verhelfen und jeden Alltagsstress vergessen lassen - finden Sie hier!

Frisch, saftig, knackig

Die Apfelernte ist in vollem Gang. So sind die Sorten Royal Gala und Elstar schon fast alle gepflückt. Jetzt gehts den herrlich gelben Golden Delicious, die den Hauptanteil der Südtiroler Apfelwirtschaft ausmachen, an den Stengel!

Was Sie wissen sollten: die Ferienorte Partschins, Rabland, Töll liegen eingebettet inmitten dieser prächtigen Apfelgärten!

Hier das ultimative Apfelstrudel-Rezept!
Mürbteig:
150 gr. Mehl
100 gr. Butter
50 gr. Staubzucker
1 Ei (oder 2 Eigelb)
1/2 Päckchen Vanillezucker
1 Messerspitze geriebene Zitronenschale
1 kleine Prise Salz
Alle Zutaten zusammenmischen und zu einem glatten Teig kneten, in eine Klarsichtfolie wickeln und im Kühlschrank für ca. 1 Stunde ruhen lassen.

Die Strudelfülle:
600 gr. Äpfel
50 gr. Zucker
50 gr. Brösel in etwas Butter geröstet
40 gr. Sultaninen (wer sie nicht mag, einfach weglassen)
20 gr. Pinienkerne (gehn auch Mandelspäne oder gehackte Walnüsse)
2 EL Rum
1 Päckchen Vanillezucker
1/2 TL Zimtpulver
1 Messerspitze geriebene Zitronenschale
Ei zum Bestreichen

Äpfel schälen, entkernen und in kleine Scheiben schneiden (oder hobeln). Die weiteren Zutaten untermischen. Den “ausgeruhten” Mürbteig auf einem bemehlten Brett ca. 40 x 26 cm ausrollen und auf ein mit Butter bestrichenes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Apfelfülle auf den Teig geben, an den Seiten einschlagen und aufrollen. Mit verquirltem Ei bestreichen und im Backrohr bei 180° ca. 35 Minuten backen. Mit Staubzucker bestreuen und fertig! Vanillesauce, Vanilleeis oder Schlagsahne schmecken lecker dazu!
Wer's nicht "do it yourself" mag, hier Plan B. 

Wie der Egghofer Much greahrt (geweint) hat

"Wia i hon einruck’n miaßn zum italienischen Militär, bin i zuerst zum Vottr (Vater) gongen. Der hot gsogt zu miar: “Much, daß uns koane Schond mochst in Italien druntn!” “Na, i moch enk koan Schond” hon i drauf gsogt – ob’r greahrt hon i nit. Nocher bin i zur Muattr gongen. “Gell Much, bleibst brav!” hot sie gsogt, die Augen voller Zacher (Tränen). “I bleib schun brav, Muattr” hon i gsogt – ob’r greahrt hon i nit. Zlöscht (zuletzt) isch mei Madl, die Greatl kemmen. Wia sie aufgheart hot zun Reahrn (Weinen), sogt sie zu mir: “Much, daß du miar nix onfongst mit die walschn Weiber druntn!” “Na, i fong sicher nix on” hon i gsogt. – Obr greahrt hon i nit.
Nochor bin i außi ba der Tür und schneidig oi ibern Egg. Do drahn i mi nou amol um. Steaht nit des kloane braune Stierl obn ban Hof und schreit zu miar oar: “Muh-u-ch!” Nocher hon i greahrt und sel nit wianig!“

Altweibersommer

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum der "Altweibersommer" Altweibersommer heißt? Er bezeichnet einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im September, welcher sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet. Viele Menschen bezeichnen diese Tage auch als die fünfte Jahreszeit (in Südtirol = dann die 6. Jahreszeit, weil Törggelezeit belegt schon Rang 5!).
Die heiße Zeit des Sommers ist vorbei, die Nächte oft schon recht kühl, aber der Herbst hat noch nicht so richtig Einzug gehalten.


Der Ursprung dieser Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit, in die germanische Mythologie. Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet.
Die Spinnennetze zwischen Gräsern, Blumen, Zweigen, Büschen, an Dachrinnen und Fensterläden, an Zäunen und Mauern entdeckt man vor allem an den ungewöhnlich warmen und sonnigen Tage im Herbst, die man auch “Flugsommer” oder “Frauensommer” nennt.
Im Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste von Elfen, Zwergen, der Nornen oder der Jungfrau Maria („Marienfäden“, „Mariengarn“, „Marienseide“, „Marienhaar“ oder „Unserer Lieben Frauen Gespinst“, „Mutter Gottes Gespinst“) gehalten. Weitere Bezeichnungen sind Ähnlsummer, Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Mettkensommer, Metjensommer, Witwensömmerli, Liebfrauenhaar und fliegender Sommer.

Im Volksglauben nahm man an, dass es baldige Hochzeit verheißt, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen.
Das Landgericht in Darmstadt hat im Jahr 1989 festgestellt, dass die Verwendung des Ausdrucks “Altweibersommer” durch die Medien keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von älteren Damen darstellt.
Der Altweibersommer tritt übrigens in Amerika fast zur gleichen Zeit auf. Er nennt sich dort “Indian Summer” und ist berühmt für die prächtige Herbstfärbung der Laubbäume. Der Name “Indian Summer” gründet auf eine alte indianische Legende, nach der das Rot der Bäume das Blut eines erlegten Bären symbolisieren soll. In Schweden spricht man vom “Birgitta-Sommer”, in Finnland von “ruska-aika” (Zeit der Braunfärbung); in diesen Ländern liegt der Altweibersommer meist Anfang bis Mitte Oktober.

Montag, 10. September 2012

Das letzte Nörggele

Das letzte Nörggele, dessen man sich im Vinschgau erinnern kann, war bei einem Bauern am Partschinser Sonnenberg bedienstet, für den es das Kleinvieh weidete. Das Männlein war viel gutmütiger als die bisher beschriebenen Zwerglein und hatte nichts von deren Tücke und Bosheit. Es war Brauch, dass der Hirt das Mittagsbrot auf die Weide mitnimmt. Weil das Nörggele aber nie am Hof erschien, banden die Bauersleute das Essen einem Bock auf die Hörner, damit er es ihm auf die Weide hinaustrage. Als der Bauer einmal bemerkte, wie das Gewand des kleinen Hirten, nach langem, treuem Dienst, ganz verschlissen an seinem Leib hing, knüpfte er dem Bocke ein Bündel neuer Kleider auf die Hörner und schickte ihn hinaus zum Norgg. Als dieser das Tier daherkommen sah, fing er überlaut zu weinen und zu heulen an, rannte, die Hände ringend, wie ein Verzweifelter hin und her und jammerte:
"I bin so olt, i woaß die Moarspitz, kloan wie a Kitz,
und die Moarwies neunmol Wies und neunmol Wold.
Iatz hobn mi di Bauern bezohlt,

und iatz muaß i fort, an einen andern Ort."
Sprachs und lief auf Nimmerwiedersehen davon.
Diese Partschinser Sage und noch viele weitere gibt es demnächst im neuen Buch von Ewald Lassnig (lebendes Lexikon und Historiker von Partschins) nachzulesen. Buchvorstellung am 26.09.2012 um 20.00 Uhr in der Bibliothek Partschins.

Törggelen in Südtirol

Gebratene Kastanien und der "neue Wein" - das sind feste Bestandteile, die zum Südtiroler Törggelen gehören. Wer meint, Törggelen kommt von Torkeln mag manches mal richtig liegen, angesichts der vielen Lokale, in denen wunderbare Tropfen ausgeschenkt werden - aber nein: Törggelen kommt vom Lateinischen "torquere" und bedeutet, winden, pressen und drehen. Gemeint ist damit das Pressen der Maische nach der Weintraubenernte, wie es zu früheren Zeiten gebräuchlich war. Zum Törggelen begibt man sich am besten nach der Weinernte im Rahmen einer Herbstwanderung in bäuerliche Jausenstationen, Buschenschänken, Weinhöfen und alten Weinkellern, um den "Nuien", wie der junge Wein genannt wird und andere typische Spezialitäten, wie gebratene Kastanien, Sauerkraut und Hauswürste, Geselchtes und Speck zu verkosten. Die Törggelezeit erstreckt sich traditionsgemäß von Anfang Oktober bis Ende November.


Peter Mitterhofer's Talente

Dass Peter Mitterhofer die Schreibmaschine erfunden hat, ist nicht neu. Wohl für viele neu sind seine vielen anderen Talente. Er hat bei seinem Vater das Tischler- und später Zimmermannshandwerk gelernt und die strenge Berufssitte erforderte mindestens 3 Jahre "auf der Walz", um den Meisterbrief zu erhalten. Seine Reisen, die er meist zu Fuß zurücklegte, führten ihn nach Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich und in die Balkanländer. Seinen Unterhalt hat er unter anderem auch durch Spielen auf seinen selbstgefertigten Instrumenten, durch Singen, Kunstpfeifen und Bauchreden verdient.
Besonders in dieser Fertigkeit war er Meister und konnte zum Beispiel die Tritte eines die Stiege herauf und hinunter Gehenden vollkommen täuschend nachahmen, small-talk inklusive. Auf einem Anschlagzettel lädt "Peter Mitterhofer aus Meran in Tirol" zu einer "Abend-Unterhaltung ergebenst ein", bei der er sich als Tonkünstler und Bauchredner, sowie im "künstlichen Blasen mit freiem Munde" Singen und Pfeifen "produzieren" wird.
Beliebt beim Publikum waren, so wird überliefert, ein kaum sichtbares, geheimnisvolles Blasinstrument, ein kurzer mit einem Draht versehener Gänsefederkiel, den Mitterhofer an einem seiner Vorderzähne befestigte und darauf die herrlichsten Melodien pfiff.

 
Peter Mitterhofer galt alsbald als Sonderling, auch weil er bei einer seiner Unterhaltungsabende "seine Anschauung über den Glauben" zum Besten gab.
 
Dies hat dem damaligen Pfarrer und dem Dorfvorsteher nicht gefallen und hat Peter Mitterhofer eine Anzeige und ein Aufenthalt im Gefängnis von Meran eingebracht. Als dann Mitterhofer in seinem vierzigsten Lebensjahr heiraten will, fiel das für die Erlangung der gemeindeamtlichen Ehebewilligung  erforderliche Leumundszeugnis nicht so gut aus.
In die Zeit bald nach Peters Eheschließung mit Marie Steidl, im Jahre 1864, fällt die Erfindung der Schreibmaschine.

Mehr zur Geschichte der Schreibmaschine


Montag, 3. September 2012

Nicht nur Eva pflückt Äpfel


Einst hat Eva im Paradies einen Apfel vom verbotenen Baum gepflückt. Wir befinden uns immer noch im Paradies, wo derzeit fleißig Gala, Elstar und in den nächsten Tagen die am meisten angebaute Apfelsorte Golden Delicious geerntet wird.

Die ersten Apfelbäume haben sich in Kasachstan im mittleren Asien entwickelt. Dort stehen noch heute Wälder mit "Urapfelbäumen". Die Hauptstadt, Almaty, bedeutet übersetzt: Vater der Äpfel. Über die Seidenstraße gelangten die Apfelbäume nach Westeuropa und die Griechen haben diese schließlich veredelt. Danach hat der Apfel über die Römer Einzug in unsere "Gärten Eden" gehalten.

2005 wurde die Bezeichnung "Südtiroler Apfel" unter Schutz gestellt - die sogenannte "geschützte geografische Angabe", kurz g.g.A. garantiert Ursprung und Qualität der Südtiroler Äpfel.
Südtiroler Sortenvielfalt mit g.g.A: Golden Delicious, Gala, Red Delicious, Braeburn, Fuji, Granny Smith, Morgenduft, Jonagold, Winesap, Idared, Elstar, Pinova, Pink Lady, Kanzi, Rubens, Modi.
Mit 18.400 Hektar ist Südtirol das größte geschlossene Anbaugebiet in der EU. Seit den 70er Jahren wird die Ernte in Großkisten (wie im Bild) mit einem Fassungsvermögen von 320 kg in die Vermarktungsbetriebe transportiert. Noch mehr Infos gibt es jeden Freitag!

Im Bild Günther, der auch fleißig pflückt ...
 

Donnerstag, 30. August 2012

Erben der Einsamkeit


 
"Die Geschichte der Südtiroler Bergbauernhöfe ist eine bescheidene. Sie ist nicht gekennzeichnet von Jahreszahlen und Kriegen, von Mächtigen oder von Städten. Sie kann nur von Menschen berichten, deren Wohlergehen von der Natur im Ablauf der Zeit selber bestimmt worden ist. Das ist immer so gewesen. Die Besiedelung der Berggebiete ist in aller Stille erfolgt und trägt gerade deshalb etwas Geheimnisvolles an sich”. Aus “Erben der Einsamkeit” von Aldo Gorfer.

So manch’ interessante und kuriose Geschichte wissen die Bauern am Berg zu erzählen. Hören Sie genau hin!

 

Die Haselhexe

An Sagen, Legenden und Geschichten mangelt es in Partschins, Rabland, Töll wahrlich nicht. Nach der Durster-Hex, hier also wieder was zum Gruseln:
Bei einem Bauern in Partschins war eine Hexe im Dienst, die den Hütbuben gar nicht ausstehen konnte. Bald gab sie ihm eine Ohrfeige, dass ihm der ganze Kopf sang, bald malträtierte sie ihn auf andere Weise. Die Bäuerin sagte kein Wort dazu, weil die Dirn bei ihr in hohen Ehren stand, denn die Kühe gaben so viel Milch, wie früher nie und Butter und Käse gab es im Überfluss.

An einem Donnerstag musste die Dirn mit dem Hütbuben zum Sonnenberg gehen, um Laub zu streifen. Als sie bei den Stauden war, sagte sie zum Knaben: "Jetzt klaube Laub, dass beide Körbe voll werden, denn ich muss weiter den Berg hinauf, um Haselnüsse zu suchen! Arbeite nur schnell und schau mir nicht nach! Sind nicht beide Körbe voll, wenn ich zurückkomme, will ich dich durchhauen, dass du's am Jüngsten Tage noch merkst!" Sie ging und dem Buben kam die ganze Sache bedenklich vor. Als er glaubte, sie sei schon eine Strecke fort, schlich er ihr nach - und sah bald viele Weiber auf einer ebenen Bergwiese tanzen und springen. Doch bald kamen sie zu streiten, faßten einander an den Haaren und rauften sich so lange, bis sie die Viehdirn zerrissen. Dann ging der Tanz von neuem an.
Bald jedoch suchten einige Hexen die Gebeine der Toten zusammen und legten sie in Ordnung. Nur eines konnten sie nicht mehr finden. Nach langem vergeblichen Suchen brach ein Weib von einer Haselstaude einen Zweig und legte ihn statt des fehlenden Beinchens unter allerlei Sprüchen hin.
Alsogleich wurde die Zerrissene lebendig und sprang auf. "Nun bist du wieder ganz", sagte die Alte, "bis dich jemand 'Haselhexe' nennt. Dann ist aber der Zauber hin und du zerfällst in viele Stücke wie vorher. "Dies merkte sich der Knabe und schlich alsogleich zu seiner Arbeit zurück. Bald kam sie nach und fand die Körbe noch nicht gefüllt. Da fing sie an zu fluchen und zu schelten und schlug den Knaben. "Laß mich in Ruhe, sonst will ich dir helfen", drohte er. Doch umsonst - sie mißhandelte ihn nur umso mehr. Endlich rief er: "Du bist die Haselhexe!" - und augenblicklich fiel sie in Stücke.

Der Knabe war nun von der Hexe erlöst, der Bäuerin aber war die ganze Geschichte unlieb, denn Milch und Butter nahmen ab und im ganzen Dorf wurde bekannt, dass sie eine Hexe im Dienst behalten habe.

 

Mittwoch, 29. August 2012

Richtigstellung


Am 10.07. wurde ein Blog gepostet, mit dem Titel "8 von 350".
Leider ist bei der Recherche ein Fehler passiert. Es sind nicht 8, sondern 13 von 350 - für das Mißgeschick bitten wir um Nachsicht!
 
 
Hier die Liste der 3.000er im Gemeindegebiet Partschins, Rabland, Töll:

Roteck - 3.336 m
Texelspitz - 3.317 m
Trübwand - 3.256 m
Lodner - 3.219 m
Kreuzspitz - 3.209 m
Gfallwand - 3.175 m
Schwarze Wand - 3.166 m
Blaulackenkopf - 3.163 m
Lahnbachspitz - 3.081 m
Auf dem Kreuz - 3.073 m
Laziniser Rötelspitz - 3.037 m
Zielspitz - 3.006 m
Tschigat - 3.000 m
Berg Heil!

Dienstag, 28. August 2012

Kindheitserinnerungen

"Kennst Du Deine Heimat?" Dieses knifflige Wissensspiel war früher fester Bestandteil in Südtirols Grundschulen. Hätte es da schon die Eisenbahnwelt mit Südtirol in Miniatur in Rabland gegeben, wäre es ein Leichtes gewesen, alle Fragen richtig zu beantworten! Ein Besuch im Museum hätte genügt!  Mittlerweile reicht ein einziger Besuch in der Eisenbahnwelt nicht mehr - jedesmal gibt es Neues zu Entdecken und Christian, der Experte in Sachen Modellbau, Reinigen der Züge, Gleise und Landschaften gibt gerne Insiderwissen preis und weiß spannende Geschichten zu erzählen.

Hier klicken für mehr Infos

Mittwoch, 22. August 2012

Ehrtig & Pfinstig

Zu Deutsch: Dienstag und Donnerstag. Vielen ist die umgangssprachliche Bezeichnung dieser Wochentage nicht mehr bekannt. "Ehrtig" ist nach dem Kriegs- oder Schwertgott benannt, welcher altnordisch "Tyr", althochdeutsch "Ziu" oder in Bayern "Eor" oder "Eru" hieß. In Schwaben sagt man noch heute "Ziestag" oder "Zistig" und in Bayern "Ertag" oder "Erchtag". Die unterschiedlichen Teile Südtirols sprechen den "Ehrtig" in den schönsten Südtiroler Sprachfärbungen aus, die schon mal : Eerschta, Ehrta, Eirta, Erchtig, Erschta, Ersta, Merti, Mertig (vom Lateinischen: Dies Martis) heißen können, und Bewohner anderer Landesteile ins Grübeln bringen.
Zum Pfinstig sagt man auch  Pfindsta, Pfinsti, Pfinsta, Pfinzta, bezieht sich auf die Zahl 5 und entstammt der christlichen und jüdischen Zählung der Tage, wonach der Sonntag der erste Tag der Woche ist und der Donnerstag der 5.

Montag, 20. August 2012

Blieml, Herta, Helle ...

... Dunja, Kleine, Alien, Niko, Afra, Freya ... - so wohlklingende Namen haben die Kühe auf der Weide, die genauso gerne das herrliche Panorama genießen, die gesunde Bergluft atmen und gesellig beinanderstehn oder "chillen". Schön anzusehen sind sie allemal mit ihren gelben "Ohrringen" beiderseits.
Auf die Alm, da sehnen wir uns momentan hin, bei einem leckeren Südtiroler Marendbrettl, auf Höhen, die der 40° Marke trotzen und wo ein laues Lüftlein weht ...