Freitag, 16. August 2013

Die Sage um das Rasner Kreuz


Die Errichtung von Kapellen, Bildstöcken und Feldkreuzen war seit uralten Zeiten Ausdruck lebendigen christlichen Glaubens und tief verwurzelter Frömmigkeit. Sehr oft geht deren Entstehung auf ein Versprechen in Notsituationen zurück, wie dies nach mündlicher Überlieferung beim Rasner Kreuz (1416 m) am Partschinser Nörderberg, am Eggersteig im Hochwald auf Halbweg zwischen Malbach und Aschbach gelegen, der Fall sein soll.

Dabei hat sich im Jahr 1820 folgendes zugetragen:
Ein alter Bauer vom Rasnerhof in Partschins wollte gegen Abend nach der schweren Holzarbeit in den Sümpfen unter dem Vigiljoch den Heimweg antreten, als ihm ein riesiger Braunbär den Weg versperrte. In seiner Not flüchtete der Mann auf einen hohen Baum, wo er in einer Astgabel die Nacht verbringen musste. Erst gegen Morgen verließ der Braunbär, der einige Male versucht hatte den Baum zu erklettern, seinen Wachposten und trottete davon.
Als Dank für die glückliche Errettung aus seiner misslichen Lage ließ der Rasnerbauer an dieser Stelle ein Feldkreuz errichten. Die nachfolgenden Generationen betrachten es stets als Ehrensache, für die Pflege und Erhaltung des sakralen Kleinods zu sorgen. Dies war öfters der Fall, da Wind und Wetter dem Wegkreuz arg zusetzten.

Allerdings ist zu erwähnen, dass die uralte Tanne, an der das Kreuz befestigt war, allen Unbilden der Witterung standhielt. Weder Blitzschlag, Sturmwind noch Schneedruck konnten ihr etwas anhaben. In unmittelbarer Nähe des Rasner Kreuzes kann der aufmerksame Beobachter auf einer kleinen Waldkuppe die spärlichen Überreste einer rund 5000 Jahre alten Wallburg entdecken. Die prähistorische Siedlungsstätte ist fast oval und hat eine Innenfläche von 20x40 m.

(Auszug aus dem Dorfbuch Partschins von Ewald Lassnig)

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