Donnerstag, 21. November 2013

St. Kathrein

Foto: Hans Gorfer, Heimatpflegeverein Partschins
Der 25. November, Gedenktag der Hl. Katharina von Alexandrien gilt seither als letzter Tag, an dem ausgelassen getanzt wird, bevor die besinnliche Zeit um Advent und Weihnachten ansteht. Auch in unserer Gegend laden nach wie vor Volkstanzgruppen zum Kathreintanz. Ein großer Vieh- und Krämermarkt findet in verschiedenen Orten heute noch statt.

Lustig muss es auch um 1845 in Partschins hergegangen sein.

Der Benediktinermönch und Gelehrte Beda Weber berichtet in seinem Buch "Meran und Umgebung" von gar wilden Gelagen und einen "ziemlichen Suff". Pfarrer Erasmus von Neuhaus soll erklärt haben, er wolle keine Messe mehr lesen, wenn nicht wenigstens drei Leute derselben beiwohnen würden. Die Partschinser hatten indes "andere Gelüste", so Beda Weber: sie waren mehr fürs Tanzen eingenommen.

Die Gemeinde kam der tanzlustigen Jugend entgegen und stellte nahe dem Dorfplatz (=nahe der Pfarrkirche) eine Bretterbude auf, die fortan "Tanzhaus" genannt wurde. So sah man die meisten Bewohner aus Berg und Tal an Sonn- und Feiertagen mehr im Tanzhaus als in der Kirche.

Erst Mitte des 18. Jahrhunderts setzte Pfarrer Valentin Bernhart bei der Gemeinde durch, dass das berüchtigte Tanzhaus abgebrochen wurde.

Wie lustig es nach wie vor bei uns zugeht, sehen Sie hier: www.partschins.com ;-)

Montag, 18. November 2013

Die Greiter Nörggelen

Am Greiterhof in Tabland war einst eine Magd bedienstet, die ihre Stallarbeiten so schnell fertig brachte, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Dabei war alles ordentlich, das Vieh sauber, kräftig und gesund, die Kühe gaben zudem die doppelte Menge Milch. Aufgehetzt von der neugierigen Bäuerin, schlich der Bauer in den Stadel, wo er durch das Futterloch in den Stall spähte. Da sah er, wie drei Nörggelen der Magd füttern, striegeln, bürsten und melken halfen.

Als der Bauer seiner Frau von den fleißigen Nörggelen berichtete, wurde sie neidisch auf die Stalldirn. Sie warf ihr vor, eine faule Dirn zu sein, da sie die Nörggelen für sich arbeiten lasse. Die ständigen Stänkereien und Meckereien der Bäuerin wurden schließlich unerträglich, sodass die Stalldirn zur nächsten Lichtmess (2. Sonntag im Februar) "schlenggelte" (Dienststelle wechselte).

Ihrer Nachfolgerin waren die Nörggelen nicht gut gesinnt, denn schon am ersten Tag wurde ihr der Melkstuhl weggezogen, dass sie hinfiel und die ganze Milch verschüttete. Fluchend und voller Zorn warf sie die Mistgabel in die dunkle Ecke, aus der sie schadenfrohes Gelächter hörte. Von nun an gab es jeden Tag ärgere Neckereien, bis die Frau genervt den Dienstort vor der Zeit verließ.

Die Kunde von den boshaften Nörggelen am Greiterhof verbreitete sich schnell. Die Folge davon war, dass die Bauersleute keine Dienstboten mehr fanden und daher die Stallarbeit selber verrichten mussten. Die Nörggelen waren jedoch für immer verschwunden.

Auszug aus dem Dorfbuch der Gemeinde Partschins von Ewald Lassnig

Freitag, 15. November 2013

Die Elisabeth-Quelle

Wasser ist  kostbar - und in der Gemeinde Partschins gott- seidank bester Qualität. Tagtäglich genießen wir den Luxus, den Wasserhahn einfach aufzudrehen und gesundes, sauberes und klares Wasser zu trinken und nutzen. Auch auf den zahlreichen Wanderwegen in Partschins, Rabland und Töll trifft man auf viele Quellen, die in den Sommermonaten Kühlung verschaffen.
Wohl ists so auch schon Kaiserin Sisi ergangen. Die Österreichische Kaiserin und Königin von Ungarn hat ja mehrmals in Meran Urlaub gemacht und dabei auch im ältesten Badl Tirols, Bad Egart in Töll, gebadet.

Es wird erzählt, dass die Kaiserin auf einem Wanderweg im Zieltal (Partschinser Wandergebiet) aus einer Quelle getrunken hat, die nun für das Trinkwasser in Partschins genutzt wird.
Seither trägt sie den Namen "Elisabeth-Quelle".


Donnerstag, 7. November 2013

Energie in Partschins

Partschins ist schon seit geraumer Zeit mitunter "Selbstversorger" in Sachen Energie. Im fernen Jahr 1908 wurde das Kraftwerk Wasserfall auf Initiative von Josef Gamper und des Dorfpfarrers Mantinger errichtet und ging in der Nachkriegszeit an die Gemeinde Partschins über. Da der Energiebedarf mit den Jahren gestiegen ist, wurde im Jahr 1957 das Kraftwerk Salten errichtet. Beide Werke lieferten somit 40% des Bedarfs. Nun wurde das alte Kraftwerk Wasserfall stillgelegt und ein neues, mit größerer Leistung, eingeweiht. Das "alte" Kraftwerk Wasserfall direkt am Wanderweg Nr. 26 wurde vom Kuratorium für technische Kulturgüter als erhaltenswertes Technikdenkmal erkannt und soll in der Zukunft als Museum erhalten bleiben.
Die Eröffnung 1908