Dienstag, 23. Juni 2015

Warum die 1000-Stufen-Schlucht 1000-Stufen-Schlucht heißt

Das und vieles mehr kann man am Sonntag, 28.06. in Erfahrung bringen! Zum 30jährigen Bestehen des Meraner Höhenwegs wird Robert Schönweger, der Weg-Erbauer, an der Bergstation der Texelbahn, beim Giggelberg dabei sein.

Nach ein paar Ansprachen und Worte des Dankes an ihn, wird er selbst erzählen, wie es damals in den 70er Jahren zur Idee des Meraner Höhenwegs gekommen ist und wie sich die Bauarbeiten für die Umrundung des gesamten Bergkamms gestalten haben. Helmuth Ellmenreich, der 2002 verstorben ist, war zusammen mit ihm am Planen und Tüfteln, Ausarbeiten und Zeichnen.

Sie beide haben nicht nur den Meraner Höhenweg realisiert, sondern auch den Impuls der Ausweisung des größten Naturparks - den Naturpark Texelgruppe mit über 33.000ha Fläche - gegeben.



Seit 1985 ist er offiziell als Rundwanderweg in 3 bis 5 Tagen, je nach Kondition und Laune, machbar. Auch 7 Tage hält man im Naturpark Texelgruppe locker aus - einige Abstecher sollte man schon machen, ins Zieltal auf die Almen und zu den Spronserseen.


Die 1000-Stufen-Schlucht verdankt ihren Namen einem Feriengast, der diese Passage gewandert ist. Er hat die Stufen gezählt, vielleicht auch ein bisschen geflunkert, vielleicht waren's gefühlte 1000. Schlussendlich wurde nachgezählt und es waren "nur" 987 - der Name war bereits gegeben.

Noch mehr Erinnerungen, Anekdoten, Geschichten und Wissenswertes rund um den Meraner Höhenweg und Helmuth Ellmenreich gibts am Sonntag direkt von Robert Schönweger.

Er führt im Anschluss auf dem Meraner Höhenweg von Giggelberg nach Nasereit - begleitet werden wir von Mitgliedern des Alpenvereins Partschins und bei den Einkehren von gemütlicher Gasthausmusi.




Dienstag, 12. Mai 2015

Wissen, was unsere Gäste wissen

Gast-Post unserer Praktikantin Sandra Hofer aus Partschins/Rabland, 4. Kl. Wirtschaftsoberschule Meran.

Hochhueben mit römischer Grabinschrift
Eine besondere Veranstaltung ist die wöchentlich am Montag stattfindende Dorfführung in Partschins. Begleitet und geführt wird diese von Christel Strasinski, die schon sehr lange in Partschins lebt und sich sehr gut mit Partschins und vor allem der Geschichte von Partschins auskennt. Der Führung anschließen darf sich jeder, egal ob Tourist oder Einheimischer, der mehr über seine Heimat erfahren möchte.

Beginn der Führung ist um 9:30 Uhr vor dem Tourismusbüro in Partschins, von wo aus Christel ihre Gäste zuerst zum Hochhuebenhof lotst. Dort erzählt Christel ihren Gästen Geschichtliches über den Hof, aber auch Allgemeines über das Dorf. Nun geht es weiter zum Schloss Spauregg. Auch hier erzählt Christel, vor einem gewaltigen Mammutbaum stehend und auf das Schloss zeigend, alles was sie über die Geschichte des historischen Ansitzes weiß.

Nur einige Meter entfernt, neben dem Schulhof der Mittelschule, wo die Schüler gerade Pause machen, befindet sich der Ansitz Gaudententurm. Hier erzählt Christel von der Bäuerin Christine, die am Hof als erste und einzige weibliche Schnapsbrennerin in Südtirol tätig ist. Von dort aus kann man schon das nächste Ziel, den Buswendeplatz oder auch „Parki“, sehen. Man hat hier einen wunderschönen Ausblick auf die schönsten Berge Südtirols und die idyllische Kurstadt Meran. Wieder erzählt Christel Wissenswertes über die Höfe, Museen und Berge unseres Ferienortes.

Die nächste Station ist ein schöner Brunnen neben dem ehemaligen Schuster und dem ehemaligen Gasthaus „Engel“. 

Eine schmale Gasse führt zum Eingang des Dorfes, von wo aus man zum nächsten Ziel kommt: dem „schönsten“ Hof in Partschins, der Stachlburg. Dort erfährt man über den Besitzer des Schlosses, sein Anwesen und seine vielfältige biologische Weinproduktion.
Hochhueben

Ansitz Spauregg
Moarhof Partschins
Ansitz Gaudententurm
Nun geht es in die Pfarrkirche St. Peter und Paul, wo die prächtigen Altäre und edlen Figuren ehrfürchtig betrachtet werden. Christel erzählt von dem bekannten Partschinser Künstler Friedrich Gurschler, der schon als Kind begabt war und schöne Krippen schnitzte. Heute lebt der 93-Jährige auf der Töll und geht immer noch seiner Leidenschaft des Schnitzens und Bildhauens nach.

Außerhalb der Kirche befindet sich der Friedhof der Kirche, wobei Christel auf einen Grabstein verweist: es ist der Grabstein von Peter Mitterhofer, dem Erfinder der Schreibmaschine. Anschließend führt Christel ihre interessierten Zuhörer ein paar Meter weiter, zum Peter Mitterhofer Schreibmaschinenmuseum. Dort lädt Ewald Lassnig, der ehemalige Kulturreferent, zu einer kleinen Führung durch das Museum ein.

Die letzte Station ist eine Überraschung von Christel. Und zwar handelt es sich um den urigen Widumskeller, in dem sie zu einem kleinen Umtrunk lädt. Denn ein paar Minuten für ein Glas Wein aus der Stachlburg, Südtiroler Schüttelbrot und einem „Ratscher“ (ratschen = plaudern, reden) hat man immer.

Wer nun Lust auf die historische Reise durch Partschins mit Christel bekommen hat, muss nichts weiter tun als am Montag um 9:30 Uhr im Tourismusbüro in Partschins zu sein. 
Für die Ortsteile Rabland und Töll findet die Dorfführung wöchentlich am Dienstag um 9:30 Uhr statt. Hierfür ist die Anmeldung im Tourismusbüro Partschins oder Rabland erforderlich.

Innenhof Stachlburg
Büste des Erfinders Peter Mitterhofer









Mittwoch, 29. April 2015

Kaffeeduft am Etschradweg in Rabland


Radelt man am Etschradweg in Rabland gemütlich daher und sind die Windverhältnisse günstig, steigt einem schon auf der Höhe des Technikschauplatzes wunderbarer Kaffeeduft in die Nase.

Wie das, werden sich manche, die hier vom Reschen herunterradeln, denken: Der Traditionsbetrieb Schreyögg röstet hier hochwertigen Kaffee.

Der Kaufmann Josef Schreyögg gründet 1890 in Meran ein Delikatessengeschäft und führt Kolonialwaren und Kaffeesorten aus aller Welt. 1905 wurde der Kaffee mit elektrisch angetriebener Röstmaschine erzeugt. Nach den Kriegswirren 1945 führt Josef Paul, der Sohn des Firmengründers die Kaffeerösterei nebst Lebensmittelgroßhandel weiter. Seit 1970 hat sich die  Firma auf die Produktion hochwertigen Kaffees spezialisiert und ab 1980 hat Peter Schreyögg die Firmenleitung inne. Aufgrund Platzmangel in Meran wurde der Sitz und die Produktion 2001 in Rabland aufgebaut.

Wer alles rund um den Kaffee, die Kaffeerösterei, die Qualitätsmerkmale und echten italienischen Espresso wissen möchte, sollte sich schon diese Termine notieren: 06.05., 10.06., 15.07., 16.09.2015.
An diesen Tagen führt Stefan Schreyögg durch die Kaffeerösterei und gibt aufschlussreichen Einblick in die Kunst dieses besonderen Handwerks.
Begrenzte Teilnehmerzahl - Anmeldung im Tourismusverein Partschins, Tel. 0473 967157 oder info@partschins.com.

Kraftvolle Gestalten, größtenteils bildschön

"Das Volk dieser einsamen Berggegend in Partschins ist aller Aufmerksamkeit werth, unverkennbar allemannisch in Sprache, Sitte und altem Recht. Männer und Frauen, jetzt 1.243 an der Zahl, sind kraftvolle Gestalten, größtentheils bildschön.
Links hinter dem Dorfe öffnet sich das Zielthal, vor Alters Katraun genannt, so wie der Zielbach, der es durchfließt, selbst. Darüber erheben sich von allen Seiten steile Bergflächen rechts mit Einödhöfen, die sich wie Schwalbennester anschmiegen, auf spärlichem Erdreiche.

Allmälig schließen sich die Thalflügel in einem Felsenkessel, aus dessen nördlicher Mittelhöhe der Zielbach durch Felsen ledt, und sich dann in stäubenden Fall in die Tiefe stürzt. Diese Kaskade lockt viele Besucher herbei. Nach ungefähr einer halben Stunde starken Aufstiegs beginnt der Hintergrund oder das eigentliche Zielthal. Hier bestand am Eingange der Nassereiderhof (Anmerkung: heute Nasereit), mit allen Grasrechten der Umgegend.

Die Nassereidertöchter trugen goldene Schuhschnallen und werthvolle Brustketten, und waren von Freiern sehr umworben, wovon noch alte Lieder singen ..."

So schreibt Beda Weber (1798-1858) in seinen historischen Reiseführer von 1845: Meran und seine Umgebungen Oder: Das Burggrafenamt von Tirol. Für Einheimische und Fremde.