Freitag, 31. August 2012

Erben der Einsamkeit


 
"Die Geschichte der Südtiroler Bergbauernhöfe ist eine bescheidene. Sie ist nicht gekennzeichnet von Jahreszahlen und Kriegen, von Mächtigen oder von Städten. Sie kann nur von Menschen berichten, deren Wohlergehen von der Natur im Ablauf der Zeit selber bestimmt worden ist. Das ist immer so gewesen. Die Besiedelung der Berggebiete ist in aller Stille erfolgt und trägt gerade deshalb etwas Geheimnisvolles an sich”. Aus “Erben der Einsamkeit” von Aldo Gorfer.

So manch’ interessante und kuriose Geschichte wissen die Bauern am Berg zu erzählen. Hören Sie genau hin!

 

Donnerstag, 30. August 2012

Die Haselhexe

An Sagen, Legenden und Geschichten mangelt es in Partschins, Rabland, Töll wahrlich nicht. Nach der Durster-Hex, hier also wieder was zum Gruseln:
Bei einem Bauern in Partschins war eine Hexe im Dienst, die den Hütbuben gar nicht ausstehen konnte. Bald gab sie ihm eine Ohrfeige, dass ihm der ganze Kopf sang, bald malträtierte sie ihn auf andere Weise. Die Bäuerin sagte kein Wort dazu, weil die Dirn bei ihr in hohen Ehren stand, denn die Kühe gaben so viel Milch, wie früher nie und Butter und Käse gab es im Überfluss.

An einem Donnerstag musste die Dirn mit dem Hütbuben zum Sonnenberg gehen, um Laub zu streifen. Als sie bei den Stauden war, sagte sie zum Knaben: "Jetzt klaube Laub, dass beide Körbe voll werden, denn ich muss weiter den Berg hinauf, um Haselnüsse zu suchen! Arbeite nur schnell und schau mir nicht nach! Sind nicht beide Körbe voll, wenn ich zurückkomme, will ich dich durchhauen, dass du's am Jüngsten Tage noch merkst!" Sie ging und dem Buben kam die ganze Sache bedenklich vor. Als er glaubte, sie sei schon eine Strecke fort, schlich er ihr nach - und sah bald viele Weiber auf einer ebenen Bergwiese tanzen und springen. Doch bald kamen sie zu streiten, faßten einander an den Haaren und rauften sich so lange, bis sie die Viehdirn zerrissen. Dann ging der Tanz von neuem an.
Bald jedoch suchten einige Hexen die Gebeine der Toten zusammen und legten sie in Ordnung. Nur eines konnten sie nicht mehr finden. Nach langem vergeblichen Suchen brach ein Weib von einer Haselstaude einen Zweig und legte ihn statt des fehlenden Beinchens unter allerlei Sprüchen hin.
Alsogleich wurde die Zerrissene lebendig und sprang auf. "Nun bist du wieder ganz", sagte die Alte, "bis dich jemand 'Haselhexe' nennt. Dann ist aber der Zauber hin und du zerfällst in viele Stücke wie vorher. "Dies merkte sich der Knabe und schlich alsogleich zu seiner Arbeit zurück. Bald kam sie nach und fand die Körbe noch nicht gefüllt. Da fing sie an zu fluchen und zu schelten und schlug den Knaben. "Laß mich in Ruhe, sonst will ich dir helfen", drohte er. Doch umsonst - sie mißhandelte ihn nur umso mehr. Endlich rief er: "Du bist die Haselhexe!" - und augenblicklich fiel sie in Stücke.

Der Knabe war nun von der Hexe erlöst, der Bäuerin aber war die ganze Geschichte unlieb, denn Milch und Butter nahmen ab und im ganzen Dorf wurde bekannt, dass sie eine Hexe im Dienst behalten habe.

 

Mittwoch, 29. August 2012

Richtigstellung


Am 10.07. wurde ein Blog gepostet, mit dem Titel "8 von 350".
Leider ist bei der Recherche ein Fehler passiert. Es sind nicht 8, sondern 13 von 350 - für das Mißgeschick bitten wir um Nachsicht!
 
 
Hier die Liste der 3.000er im Gemeindegebiet Partschins, Rabland, Töll:

Roteck - 3.336 m
Texelspitz - 3.317 m
Trübwand - 3.256 m
Lodner - 3.219 m
Kreuzspitz - 3.209 m
Gfallwand - 3.175 m
Schwarze Wand - 3.166 m
Blaulackenkopf - 3.163 m
Lahnbachspitz - 3.081 m
Auf dem Kreuz - 3.073 m
Laziniser Rötelspitz - 3.037 m
Zielspitz - 3.006 m
Tschigat - 3.000 m
Berg Heil!

Dienstag, 28. August 2012

Kindheitserinnerungen

"Kennst Du Deine Heimat?" Dieses knifflige Wissensspiel war früher fester Bestandteil in Südtirols Grundschulen. Hätte es da schon die Eisenbahnwelt mit Südtirol in Miniatur in Rabland gegeben, wäre es ein Leichtes gewesen, alle Fragen richtig zu beantworten! Ein Besuch im Museum hätte genügt!  Mittlerweile reicht ein einziger Besuch in der Eisenbahnwelt nicht mehr - jedesmal gibt es Neues zu Entdecken und Christian, der Experte in Sachen Modellbau, Reinigen der Züge, Gleise und Landschaften gibt gerne Insiderwissen preis und weiß spannende Geschichten zu erzählen.

Hier klicken für mehr Infos

Mittwoch, 22. August 2012

Ehrtig & Pfinstig

Zu Deutsch: Dienstag und Donnerstag. Vielen ist die umgangssprachliche Bezeichnung dieser Wochentage nicht mehr bekannt. "Ehrtig" ist nach dem Kriegs- oder Schwertgott benannt, welcher altnordisch "Tyr", althochdeutsch "Ziu" oder in Bayern "Eor" oder "Eru" hieß. In Schwaben sagt man noch heute "Ziestag" oder "Zistig" und in Bayern "Ertag" oder "Erchtag". Die unterschiedlichen Teile Südtirols sprechen den "Ehrtig" in den schönsten Südtiroler Sprachfärbungen aus, die schon mal : Eerschta, Ehrta, Eirta, Erchtig, Erschta, Ersta, Merti, Mertig (vom Lateinischen: Dies Martis) heißen können, und Bewohner anderer Landesteile ins Grübeln bringen.
Zum Pfinstig sagt man auch  Pfindsta, Pfinsti, Pfinsta, Pfinzta, bezieht sich auf die Zahl 5 und entstammt der christlichen und jüdischen Zählung der Tage, wonach der Sonntag der erste Tag der Woche ist und der Donnerstag der 5.

Montag, 20. August 2012

Blieml, Herta, Helle ...

... Dunja, Kleine, Alien, Niko, Afra, Freya ... - so wohlklingende Namen haben die Kühe auf der Weide, die genauso gerne das herrliche Panorama genießen, die gesunde Bergluft atmen und gesellig beinanderstehn oder "chillen". Schön anzusehen sind sie allemal mit ihren gelben "Ohrringen" beiderseits.
Auf die Alm, da sehnen wir uns momentan hin, bei einem leckeren Südtiroler Marendbrettl, auf Höhen, die der 40° Marke trotzen und wo ein laues Lüftlein weht ...

       
  

Donnerstag, 16. August 2012

Wetterlaitn

Das Wetterläuten ist ein alter Brauch zur Abwehr von Unwettern. Den fürchterlichen Gewalten eines Gewitters wollte man sich nicht schutzlos ausgesetzt fühlen. Wenn ein "hagelschwangeres" Gewitter drohte, eilte der Mesner zur Kirche und begann mit dem Wetterläuten. Man glaubt, dass eine Glocke das Land soweit vor Blitz und Hagel schütze, wie weit ihr Klang zu hören sei. Früher eilte auch der Priester zur Kirche, um den Wettersegen zu spenden. Diesen Segen gibts in der heutigen Zeit bei den wöchentlichen Gottesdiensten in den Sommermonaten. Es geht die Geschichte, dass es von den Geistlichen welche gäbe, deren Segen besonders wirksam sei. In unserer Gegend waren dies meist die Kapuziner- oder Franziskanerpater.
Bei aufziehendem Gewitter streute die Bäuerin geweihte Kräuter, wie Hochgemuth, Donnerkugeln, Wohlgemuth, Haselzweige, Tausendguldenkraut, Wermuth, Minze, Kamille, Himmelbrand, Wegwarte, Rosmarin und Baslguam (Basilikum), die bei der Feiertagsmesse am 15.08. geweiht wurden, oder "Palmbuschn" (Zweige, die am Palmsonntag geweiht wurden) in die Glut.
Wissenschaftliche Erforschungen dieses Brauches haben gezeigt, dass Klänge tatsächlich durch ihre Resonanz eine physikalische Reaktion auslösen. Die durch das Glockengeläut erzeugten Schwingungen sollen die Bildung großer Hagelkörner verhindern.