Montag, 16. September 2013

Dem Leithammel hinterher

 Der Schnalstaler Schaf-Abtrieb ist schon etwas Besonderes - mindestens einmal sollte man dabei gewesen sein, wenn 1.500 Schafe von den Weiden im Ötztal wieder ins Schnalstal heimkommen.

Hier ein paar Impressionen und ein kleiner Film vom Schafabtrieb in den Nebelschwaden ...





Freitag, 13. September 2013

Die Gesundheits-Birne

Die Palabirne ("Palabir" im Volksmund) bekannt als Gesundheitsbirne, ist wohl wegen dem hohen Gehalt an Ballaststoffen und dem niedrigen Säureanteil ein Geheimtipp.
Ausschließlich im oberen Vinschgau ist die Palabir beheimatet und mittlerweile findet jährlich zur Ernte ein regelrechter Hype um die gesunde Frucht statt.

Verwendet wird sie für viele köstliche Gerichte, wie es sie zu Großmutters Zeiten schon gegeben hat. Dazu gehören leckere Kuchen, Brot, Schmarrn, Krapfen, Palabir-Muas, Marmelade, und Weihnachtszelten. Edle Destillate von der Palabir werden außerdem gebrannt.
Die Schale der "Bir" ist rauh-ledrig und hat ein grobkörniges Fruchtfleisch. Den zarten eleganten Duft der Birne nimmt man schon wahr, sobald man die Frucht in der Hand hält.
Viele große Palabir-Bäume sind noch im oberen Vinschgau zu sehen und bescheren im Herbst reiche Ernte. Früher erzählten die Gemeindeärzte, dass es zur Zeit der Palabir für sie nicht viel zu tun gab und die Wartesäle zur Herbstzeit ziemlich leer gewesen sein sollen.
Schwierig ist die Ernte der gesunden Früchte: die Bäume sind sehr hochgewachsen, sodaß auch  mit einer Leiter die Früchte oftmals nicht erreicht werden können.

Noch bis Sonntag finden in Glurns, dem kleinsten Städtchen Südtirols, die Palabirn-Tage statt.

Demnächst gibts noch ein leckeres Rezept mit der Palabir - einfach wieder mal hier reinschauen ...

Dienstag, 3. September 2013

Liebesgeschichte ohne happy end

Ein junger Graf von Schloss Kastelbell, er war der Sohn von Graf Jodok von Hendl, liebte die anmutige Tochter des Zollwirts auf der Töll. Beide waren einander in aufrichtiger Liebe zugetan. Es gelang ihnen, auch den anfänglichen Widerstand des alten Grafen gegen ihre Verbindung zu brechen. Ritter Kosmas vom Schloss Vorst hatte aber schon ebenso lange ein Auge auf das schöne Mädchen geworfen.

Er erfuhr bei einem Gastgelage, das der Graf von Kastelbell der befreundeten Ritterschaft in seiner Burg gegeben hatte, von der beiden Liebe. Der Bösewicht sann daraufhin nach einer Möglichkeit die Liebenden zu verderben.

An einem schönen, milden Herbsttag ritt der junge Graf auf die Fasanenjagd durch die Auen von Rabland. Nachdem er am Abend seinen Diener mit der Jagdbeute ins väterliche Schloss zurückgeschickt hatte, bestieg er sein Ross und ritt mit den zwei schönsten Fasanen zu seinem Liebchen auf die Töll. Sein Nebenbuhler, Graf Kosmas, hatte sich die ganze Zeit heimlich in seiner Nähe aufgehalten und folgte ihm auch jetzt wieder unauffällig auf einem Seitenweg.

Wie er nun die beiden Liebenden vor dem Zollwirtshaus glücklich beisammen sah, riss er in höchster Wut seine Armbrust herunter und zielte auf seinen Gegner. Das tapfere Mädchen stellte sich blitzschnell vor ihren Liebsten hin und fing mit ihrem Körper den tödlichen Pfeil ab. Sie sah ihren Geliebten noch einmal liebevoll an und sank dann mit einem Seufzer leblos zu Boden.
Der junge Graf, zu Tode erschrocken, zog gleich sein Schwert und stieß es dem feigen Mörder in die Brust. Die liebe Tote wurde nach Kastelbell überführt und im gräflichen Grab bestattet. Der junge Ritter, untröstlich über den unermesslichen Verlust, verließ alsbald die väterliche Burg und zog sich in die Stille der Kartause Allerengelberg in Schnals zurück.

(Auszug aus dem Dorfbuch der Gemeinde Partschins von Ewald Lassnig)
 

Donnerstag, 29. August 2013

Klumpergoss, Mulitoat, Testamentloch

Was wäre  unsere Kulturlandschaft ohne die Flurnamen: nur halb so spannend! Und solche Namen gibt es in Partschins, Rabland, Töll zur Genüge. Laut Dorfchronist, lebendiger Enzyklopadie und Autor des Dorfbuches von Partschins, Ewald Lassnig, wurden 42 verlässliche Gewährspersonen bei der Erhebung der Flurnamen befragt.

Insgesamt wurden 2.336 (zweitausenddreihundert-sechsunddreißig) dieser Flurnamen erhoben und im Partschinser Dorfbuch niedergeschrieben. Ausserdem in den Gemeindebrowser übertragen und können online auf der Orthophotokarte eingesehen werden.

Sehr viele dieser Flurnamen gibt es im Zieltal. Und hinter jedem Namen steht eine Geschichte. Einige lassen sich erahnen, andere wiederum finden sich in Sagen wieder.

Hier ein klitzekleiner Auszug an spannenden Flurnamen: Kölberrascht, Schieche Muer, Mietbödele, Bluatscheißwosser, Hennestiag, Kolchofn, Nasreiter Insl, Schmolzmühl, Hexnloch, Walterscheißplott, Stiereggele, In Verbrenntn, Bärntol, Fuxgond, Krogn, Fleischbonk, Plentnknott, Hiasnplott, Leachnermarianneschupf, Peatertol, Karlknott, Drischstoll, Hanslbrunn, der Schneidige, Rifflen, Schworzberbödele, Durrer Storz, Honnesnwort, Fuxpaul, Ouberlechnerhiasnbild, Marendbichl, Hiehnerknöttl, Runenporz, Houlerboch, Muetergottesworter, Gingglgatter, Höllntol, Ursche (Jousepp), Lotterboudn, Staab, Blech, Kotznlarch, Kesslries, Peatertol, Trinemohd, Filzlait, In Ausghocktn, Kuahroscht, Olte Broatebnerin, Professerloch, Schimmlter Knott, Roppnknott, Sechshocknocker, Fockntoat, Gamsbichl, Innerer Sock, Kotznloater, Lotterwegele, Amerikanerstuan, Schwommentol, Hiasnplott, Beschwörungstuan, Boazner Stiag, Heegedäxnstuan, Gschriebmer Knott, Joggnstub, Louser, Morderfollruan, Oltgrinthitt, Olts Partschinser Herz, Wolfnloch, Knottlbar, Kalenderstuan, Schnopswies, ...

Geschichte zum Flurnamen Schmolzknott: http://tvpartschins.blogspot.it/2013/07/der-schmolzknott.html

Montag, 26. August 2013

Vom richtigen Zeitpunkt

Der Südtiroler Apfel gehört gemeinsam mit anderen Regionen Italiens zu den Big Playern in der Apfelwirtschaft.
Die Ernte der ersten Apfelsorte beginnt wohl in den nächsten Tagen. Gala - die glamouröse, knackig-feste Sorte  mit wenig Säure macht den Anfang.

Aber wer bestimmt, wann der richtige Erntezeitpunkt ist?

Je nach Apfelanlage werden verschiedene Indikatoren für den Reifeindex errechnet. Die wichtigsten Parameter sind dabei der Stärke- und Zuckergehalt, sowie die Festigkeit des Fruchtfleisches.

Denn, wird ein Apfel zu früh geerntet, so ist er geschmacklich nicht ausgerreift und entspricht nicht den strengen Qualitätskriterien. Wird er zu spät geerntet, dann ist er überreif und kann nur mehr für kurze Zeit ohne Qualitätseinbußen gelagert werden.
Also gilts: der richtige Erntezeitpunkt für jede einzelne Apfelsorte in jeder einzelnen Apfelanlage ist entscheidend für beste leckere Äpfel!

Die größten Apfelproduzenten weltweit gemessen nach Tsd. Tonnen

1) China
2) USA
3) Türkei
4) Italien
5) Indien
6) Polen
7) Frankreich
8) Iran
9) Brasilien
10) Chile
11) Russland
12) Ukraine
13) Argentinien
14) Deutschland
15) Japan
16) Nordkorea
17) Südafrika
18) Usbekistan
19) Spanien
20) Mexiko
Quelle: wikipedia

Mehr Infos gibt's bei den wöchentlichen Apfelführungen mit Christine Schönweger!

Hier klicken für's Apfelstrudel-Rezept


Weitere Blogs zum Thema Apfel:
http://tvpartschins.blogspot.it/2012/10/sortenvielfalt-sudtiroler-apfel.html
http://tvpartschins.blogspot.it/2012/09/nicht-nur-eva-pfluckt-apfel.html

Freitag, 23. August 2013

Saltner wau wau

Die Saltner waren Flurhüter und wurden zu früheren Zeiten vor allem zum Schutz gegen Traubendiebstahl eingesetzt. Um den 10. August wurde er immer in Vertrag genommen und am Hochunserfrauentag trat er meist seinen Dienst an. Am 3. Sonntag im Oktober beendete er diesen dann wieder.
Mit seinen zahlreichen Federn am Hut und seiner Hellebarde war er besonders bei den Kindern als Schreckgespenst gefürchtet und keiner wagte es, ein Träublein oder auch Nüsse und Kastanien zu stehlen. Einzig bei schwangeren Frauen ließ er Nachsicht walten.

Wenn den Kindern auch unheimlich war, so sangen sie trotzdem:
"Saltner wau wau, die Weimer sein blau, die Köstn sein siaß, inser Soltnr hoaßt Hias!"
(Weimer=Trauben, Köstn=Kastanien)

In Richtung Wasserfall kommt man zum "Salten" - gar alte Kastanienbäume gibt es dort noch - vielleicht hat auch dort einst ein Saltner Dienst getan.


Am Salten - Einstieg zum Partschinser Waalweg

Freitag, 16. August 2013

Die Sage um das Rasner Kreuz


Die Errichtung von Kapellen, Bildstöcken und Feldkreuzen war seit uralten Zeiten Ausdruck lebendigen christlichen Glaubens und tief verwurzelter Frömmigkeit. Sehr oft geht deren Entstehung auf ein Versprechen in Notsituationen zurück, wie dies nach mündlicher Überlieferung beim Rasner Kreuz (1416 m) am Partschinser Nörderberg, am Eggersteig im Hochwald auf Halbweg zwischen Malbach und Aschbach gelegen, der Fall sein soll.

Dabei hat sich im Jahr 1820 folgendes zugetragen:
Ein alter Bauer vom Rasnerhof in Partschins wollte gegen Abend nach der schweren Holzarbeit in den Sümpfen unter dem Vigiljoch den Heimweg antreten, als ihm ein riesiger Braunbär den Weg versperrte. In seiner Not flüchtete der Mann auf einen hohen Baum, wo er in einer Astgabel die Nacht verbringen musste. Erst gegen Morgen verließ der Braunbär, der einige Male versucht hatte den Baum zu erklettern, seinen Wachposten und trottete davon.
Als Dank für die glückliche Errettung aus seiner misslichen Lage ließ der Rasnerbauer an dieser Stelle ein Feldkreuz errichten. Die nachfolgenden Generationen betrachten es stets als Ehrensache, für die Pflege und Erhaltung des sakralen Kleinods zu sorgen. Dies war öfters der Fall, da Wind und Wetter dem Wegkreuz arg zusetzten.

Allerdings ist zu erwähnen, dass die uralte Tanne, an der das Kreuz befestigt war, allen Unbilden der Witterung standhielt. Weder Blitzschlag, Sturmwind noch Schneedruck konnten ihr etwas anhaben. In unmittelbarer Nähe des Rasner Kreuzes kann der aufmerksame Beobachter auf einer kleinen Waldkuppe die spärlichen Überreste einer rund 5000 Jahre alten Wallburg entdecken. Die prähistorische Siedlungsstätte ist fast oval und hat eine Innenfläche von 20x40 m.

(Auszug aus dem Dorfbuch Partschins von Ewald Lassnig)

Hier gehts zur Wanderkarte