Donnerstag, 16. August 2012

Wetterlaitn

Das Wetterläuten ist ein alter Brauch zur Abwehr von Unwettern. Den fürchterlichen Gewalten eines Gewitters wollte man sich nicht schutzlos ausgesetzt fühlen. Wenn ein "hagelschwangeres" Gewitter drohte, eilte der Mesner zur Kirche und begann mit dem Wetterläuten. Man glaubt, dass eine Glocke das Land soweit vor Blitz und Hagel schütze, wie weit ihr Klang zu hören sei. Früher eilte auch der Priester zur Kirche, um den Wettersegen zu spenden. Diesen Segen gibts in der heutigen Zeit bei den wöchentlichen Gottesdiensten in den Sommermonaten. Es geht die Geschichte, dass es von den Geistlichen welche gäbe, deren Segen besonders wirksam sei. In unserer Gegend waren dies meist die Kapuziner- oder Franziskanerpater.
Bei aufziehendem Gewitter streute die Bäuerin geweihte Kräuter, wie Hochgemuth, Donnerkugeln, Wohlgemuth, Haselzweige, Tausendguldenkraut, Wermuth, Minze, Kamille, Himmelbrand, Wegwarte, Rosmarin und Baslguam (Basilikum), die bei der Feiertagsmesse am 15.08. geweiht wurden, oder "Palmbuschn" (Zweige, die am Palmsonntag geweiht wurden) in die Glut.
Wissenschaftliche Erforschungen dieses Brauches haben gezeigt, dass Klänge tatsächlich durch ihre Resonanz eine physikalische Reaktion auslösen. Die durch das Glockengeläut erzeugten Schwingungen sollen die Bildung großer Hagelkörner verhindern.

Dienstag, 14. August 2012

Der Namen Ursprung

Es gibt gar einige Leute, die den Namen Götsch, Forcher, Pircher und Gerstgrasser tragen. Ganz besonders aber in Partschins, Rabland, Töll.
Hier die Geschichte dazu: Ritter Randold von Partschins lebte im 14. Jh. und kämpfte gegen die Anhänger Ludwigs, dem 2. Gemahl der Landesfürstin Margarethe von Maultasch. Schwer verletzt entkam er mit knapper Not den feindlichen Rittern. Auf der Flucht vor ihnen fand er Unterschlupf bei seinen Untertanen. Sofort nach Randolds Flucht erstürmten Ludwigs Häscher dessen Burg Perzin, die heutige Stachlburg, verhörten die Gattin Thusnelda und sperrten sie mit ihrem 3 Monate alten Söhnchen Willigis in eine dunkle Kammer. Sie raubten und plünderten und beschlagnamten Randolds schöne Besitzungen. Mehrere Wcohen musste Thusnelda mit ihrem Kind in trostloser Haft verbringen. Dann musste sie, verstoßen und verachtet, mit leeren Händen das Schloss Perzin verlassen. Sogar bei ihrem Bruder Thomas von Rabland fand sie keine Zuflucht mehr, weil er ihre Ehe mit Ritter Randold nicht billigte. Er hätte sie so gern mit Hans von Brandis vermählt.
Der Bauer von Pfoffagond fand seine verzweifelte Herrin am Ufer des Zielbaches und brachte sie mit ihrem Söhnchen Willigis ins Haus. Sie erfuhr, dass ihr Gemahl, den der Landesherzog geächtet hatte, als Bettler verkleidet, nach Schnals und übers Joch nach Matsch und schließlich bis nach Chur geflüchtet war. Unter großen Strapazen folgte sie ihrem Mann nach. Thusnelda ließ ihr Kind in Obhut und folgte unter großen Strapazen ihrem Manne nach. Ludwig von Brandenburg indes erfuhr von ihrem Aufenthalt und nahm die Verfolgung auf. Als schwäbische Handwerksleute verkleidet flüchtete das Paar, das sich fortan Georg und Emma nannte, in das Innere der Schweiz. Die Besitzer des Forcherhofes in Eich, in der Nähe von Luzern, nahmen die beiden Flüchtlinge freundlich auf und Georg und Emma fanden bei ihnen Arbeit und Unterkunft. Georg wurde Bauer auf dem nahegelegenen Götschengütl und wurde fortan "Götschen-Georg" genannt. Emma gebar drei Buben - Hadumar, Engelbert und Hartmann.
In Tirol hatte sich in der Zwischenzeit manches verändert: es kam zum Krieg zwischen Tirolern und Schweizern. Auf der Seite der Eidgenossen kämpften die 3 Götschen-Brüder. Hartmann wurde schwer verwundet. Sein Bruder Engelbert verfolgte den Täter, der in Richtung Götschengütl floh und dort um Schutz flehte. Er stürzte ins Haus und niemand, auch nicht Emma, hatten ihn erkannt. Zum Dank wollte er der Familie sein Schwert schenken. An den eingravierten Worten am Schwert erkannten die Eltern nun ihren Sohn Willigis aus Rabland. Hartmann genas bald und alle lebten für einige Zeit beisammen am Götschengütl. Willigis und seine Eltern erzählten oft und gerne von der Schönheit und Fruchtbarkeit ihrer Heimat im Etschtal. Nachdem Georg und Emma gestorben waren, beschlossen die 4 Brüder in die Stammheimat ihrer Eltern zurückzukehren. Dort angekommen, konnten sie keine Ansprüche mehr auf den väterlichen Besitz erheben und wollten als freie Bauern leben. Herzog Friedrich mit der leeren Tasche, der inzwischen Landesfürst geworden war, belehnte sie mit 4 Höfen oberhalb Partschins.
Der älteste, Willigis, erhielt den Eggerhof und nannte sich nach dem Götschengütl in der Schweiz, fortan Götsch. Der 2. Sohn Hadumar, in Forch bei Eich geboren, bekam den Hof Rawein und nannte sich Forcher. Der Sohn Engelbert war auf dem Götschengütl am Birkenhain zur Welt gekommen. Daher nahm er den Namen Pircher an. Er erhielt als Lehen den Hof Gand in Vertigen. Den jünsten Sohn Hartmann hatte Thusnelda beim Gerstenschnitt geboren. Er erhielt den Hof Giggelberg und nannte sich Gerstgrasser. So waren Ritter Randold und seine getreue Gemahlin Thusnelda zu Stammeltern vieler Nachkommen geworden, die sich unter diesen vier Namen weit verzweigten.

(Einen Hof ohne Getreideanbau benannte man früher "Grashof", gedieh wenigstens Gerste, konnte er "Gerstgras" heißen. (Aus "Sage, Brauchtum und Geschichten" von Maria Gerstgrasser)

Montag, 13. August 2012

Zieler Gluat

Zieler Gluat ist eine junge, dreiköpfige, talentierte Formation aus Partschins mit Matthias Gamper, Julian Raffeiner und Elias Prantl, die echte Volksmusik spielen - hier eine Kostprobe. Macht Lust auf mehr, oder? Dann gleich diesen Termin im Kalender vormerken: Kirchplatzfest in Partschins am 21.08.2012: Zieler Gluat ab 18.00 Uhr und im Anschluss ab 20.30 Uhr gehts dann weiter mit Volxrock ("Was macht das Edelweiß in meiner Supp'n"?)!

Der Weg ist das Ziel(tal)

Es wird einem schon einfach gemacht - Seilbahn rein - auf 1.544 m raus. Kein beschwerlicher Aufstieg. Grillen zirpen, Bäche plätschern, hie und da meckert eine der Ziegen, die auf einer der zahlreichen Weiden genüßlich an frischen Gräsern und Kräutern knabbern.

Und dann der gigantische Ausblick über das Meraner Land - reinstes Doping für die Augen.
Wandern mit allen Sinnen - das ist Entspannung pur und eine "Auszeit vom Alltag".

Bitte nachmachen!


Donnerstag, 9. August 2012

Goaßlschnölln

Das Goaßlschnöllen ist eine alte Tradition, die noch in vielen Dörfern, so auch in Partschins, lebendig ist und sich auch wieder zunehmenden Zuspruchs der jungen Generation erfreut. Der Ursprung dieses alten Brauchs geht auf das Heidentum zurück. Mit dem Lärm des Schnöllens soll der Winter endgültig vertrieben und um einen guten Sommer gebeten werden. Aber auch die restliche Zeit des Jahres sind die Schnöller aktiv und nehmen an verschiedenen Wettkämpfen und Weltmeisterschaft teil, denn Goaßlschnöllen ist nicht nur eine Südtiroler Sache, sondern man schnöllt in vielen anderen europäischen Ländern, wie etwa Österreich, Schweiz, Ungarn und Deutschland.
Jeder Goaßlsschnöller will irgendwann seine eigene persönliche Goaßl – da werden dann alte Hanfseile zerlegt, geknüpft, geflochten und gepecht .. Aller Anfang des Goaßlschnöllens ist schwer und gar mancher hat schon nach argen Striemen das „Schöllen“ schneller erlernt.

Quadrat?

Quadrat ist eine Fraktion am Nörderberg im Gemeindegebiet von Partschins. "Quadrathöfe" wird das Gebiet umgangssprachlich genannt, die korrekte Bezeichnung ist Quadrat. Was bedeutet eigentlich der Name Quadrat oder Quadrathöfe? Sind hier die Höfe quadratisch angeordnet? Die Bezeichnung Quadrat stammt vom Begriff „Steinquader“. Bereits zu Römerzeiten wurde in der Gegend Marmor abgebaut. Der seinerzeit gefundene und zur römischen Via Claudia Augusta gehörende Meilenstein in Rabland hat seinen Ursprung in dieser Gegend.  

Aufmerksame Wanderer stoßen beim Spaziergang in der Umgebung von Quadrat immer wieder auf Reste von alten, verlassenen Steinbrüchen. Obwohl sich der Wald alles wieder zurückgeholt hat, kann man Teile von Mauern, Wegen und Aufschüttungen entdecken und erahnen, was sich hier vor vielen Jahren abgespielt hat.Bis vor 35 Jahren waren war der Abbau von Steinen noch recht mühsam und aufwendig. Viele Männer aus der Umgebung fanden im „alten Steinbruch“ Arbeit. Die „alte Bruchhitt“, ein Haus, das den Beschäftigen während der Arbeitswoche als Behausung diente, zeugt noch heute von dieser Zeit. Ins Tal befördert wurden die Gesteinsbrocken durch eine Materialseilbahn, die hoch über die Quadrathöfe nach Töll führte. Im dortigen „Kalkofen“ wurden die Kalksteine gebrannt.

Nach dem Bau der Zufahrtsstraße nach Mahlbach (ab Töll) im Jahre 1978 wurde die Seilbahn nicht mehr benötigt und abgebaut. Überbleibsel kann man heute noch erkennen. Der alte Traktorweg, der bis dahin Zufahrt zum Steinbruch war, wird weiterhin gepflegt und dient als Wanderweg. Mittlerweile ist der „alte Steinbruch“ längst geschlossen worden. Im Laufe der Zeit wurden die meisten Teile renaturiert, d.h. mit Erdreich aufgeschüttet und mit Bäumen aufgeforstet. Übrig geblieben sind verborgene Stollen, Schienen und Mauerreste, die uns stumm an die Geschichte von Quadrat erinnern.

Zurzeit wird oberhalb von Quadrat Kalkstein übertage abgebaut. Dieses Material dient als Basis zur Produktion von Mörtel und Edelputz. Verarbeitet wird dieser Grundstoff in Töll.


Dienstag, 7. August 2012

Über die Schulter g'schaug ...


... haben wir heute Christine Schönweger bei der Alchemie des Schnapsbrennens am Ansitz Gaudententurm, in der Hofbrennerei Gaudenz.

An der Reihe war der Marilleler, der in den nächsten Tagen im 2. Brand verfeinert wird und sein typisches fruchtiges Aroma entfalten kann. Genaue Notizen der letzten Brände, stetige Kontrolle über Feuer, Hitze, Druck, Temperatur, sorgfältiges Befüllen der Aprikosen-Maische (Vinschger Marille) sind nur einige der Dinge, die für einen aromatischen "Marilleler" zu berücksichtigen und maßgeblich sind.

Hier der Film dazu ...

Alle Einzelheiten "Von der Frucht zum Edeldestillat" können Sie jeden Mittwoch im historischen Ansitz Gaudententurm bei Südtirols einziger SchnapsbrennerIN kennenlernen. Hier klicken für mehr Infos.